Meine Erfahrung mit Wechseljahren: Warum sie für Frauen nicht nur Beschwerden bedeuten müssen

11. Juni 2017

Erfahrung mit Wechseljahre

Der Begriff „Wechseljahre“ ist fast für alle Frauen negativ besetzt. Mit ca. 50 Jahren komme ich in den „Wechsel“, die Schönheit und Jugend verschwinden, es stellen sich mannigfache Beschwerden ein und nach dem Wechsel habe ich als Frau zu erwarten, dass ich alt und unattraktiv bin. Wenn ich Pech habe, findet der Mann eine Jüngere und dann kann ich den Rest seines Lebens verbittert und mit Altersbeschwerden vor sich hin leiden.

Meine Sicht auf die Wechseljahre: Abschied und Neubeginn

Mal abgesehen davon, dass es ein unvermeidbarer Prozess im Leben ist, dem keine Frau entrinnt (außer sie stirbt vorher), bedeutet das Wort „Wechseljahre“ an und für sich aber doch nur, dass etwas wechselt. Und tatsächlich ändert sich ja im Alter von ca. 50 Jahren vieles. Die Kinder sind meist erwachsen, aus dem Haus und die Beziehung mit dem Partner ist häufig etwas in die Jahre gekommen und Routinen haben sich eingeschlichen. Vollzeit-Mütter und Hausfrauen sind nach dem Ausziehen der Kinder plötzlich „arbeitslos“ und müssen sich eine neue Beschäftigung und einen neuen Sinn im Leben suchen. Berufstätige Mütter haben häufig wegen ihrer Kinder Teilzeit gearbeitet, jüngere Kolleginnen sind schon erfolgreicher und verdienen mehr. Und dann kommen unbestreitbar körperliche Veränderungen auf uns Frauen zu, die mit dem Jugendwahn der Gesellschaft nicht vereinbar sind und Angst machen.


Trotzdem muss Frau nicht den Kopf in den Sand stecken und in Panik geraten. Natürlich wird einem mit ca. 50 Jahren immer häufiger bewusst, dass das Leben endlich ist, mancher Freund oder Nachbar ist in diesem Alter schon an einer unheilbaren Krankheit oder am Herzinfarkt gestorben.

Aber ich habe noch genug Zeit und Energie, Dinge, Interessen und Beziehungen im Leben so zu gestalten, dass mein Leben erfüllend und bereichernd ist. Mein Mann und ich haben in diesem Alter eine solide finanzielle Basis geschaffen, die uns erlaubt, unsere unerfüllten Träume anzupacken und Pläne dafür zu schmieden.

Gottseidank leben wir in einer Zeit, in der man mit 50 Jahren noch nicht alt ist und im gesellschaftlichen Leben, im privaten Bereich und auf dem Arbeitsmarkt interessante Chancen und Möglichkeiten hat. Viele prominente (und Gottseidank auch nicht so prominente) Frauen, teilweise noch weit über das Rentenalter hinaus, pfeifen auf alle Altersklischees und nehmen sämtliche Gelegenheiten und Positionen, die die Gesellschaft uns zu bieten hat, mit Mut und Energie an und bringen ihre im Leben gewonnenen Erfahrungen ein.

Symptome der Wechseljahre: Meine Erfahrungen

Aus eigener Erfahrung mit Wechseljahre kann ich sagen, dass nicht jeder „Wechsel“ beschwerlich und negativ ist. Sicher kenne auch ich einige der gefürchteten Beschwerden, ich habe zum Beispiel hin und wieder Hitzewallungen. Ich kann manchmal schlechter schlafen als früher und bekomme Falten und manchmal Scheidentrockenheit. Manche Dinge gehen mir stärker zu Herzen als früher, man könnte es auch als launisch beschreiben. Und trotzdem fühle ich mich wohler als je zuvor in meinem Leben, weil ich das Gefühl habe, dass ich angekommen bin.

Wenn ich schlechter schlafe als früher, dann holt sich mein Körper den versäumten Schlaf in der nächsten Nacht wieder. Ich bin am Morgen nicht so ausgeruht, wie ich mir das wünschen würde. Aber das ist auch schon in meiner Jugend passiert, dass ich zu wenig Schlaf bekommen habe und am Morgen extrem müde war.

Meine Falten sind Lachfalten und es gibt gute Schminke. Im Gesicht einer Frau über 50 sieht man auf den ersten Blick ob sie ein lebendiger, glücklicher und interessierter Mensch ist oder unglücklich und sauertöpfisch ist.

Für Scheidentrockenheit gibt es in jedem Drogeriemarkt hervorragende Mittelchen, die man auch noch zur Belebung von eingefahrenen Bettroutinen nutzen kann. Also eher ein Plus als ein Manko und auch viele junge Menschen nutzen Gleitmittel für mehr Spaß im Bett.


Stimmungsschwankungen sind etwas, das für mich zum Gefühlsleben dazugehört. Niemand kann immer gleichmütig und gelassen sein. Aber bin ich launisch, wenn ich nicht mehr alles schlucke, sondern meine ehrliche Meinung sage und wie ich mich gerade fühle? Oder sollte ich mit 50 im besten Fall soweit sein, dass ich zu mir und meinen Gefühlen stehe und auch das Selbstbewusstsein habe, um es meinen Mitmenschen mitzuteilen?

Gedächtnisstörungen und Konzentrationsschwäche sind mir leider schon aus meiner Schulzeit bekannt, ich neige schon mein ganzes Leben zur Schussligkeit, also kann mir das auch in den Wechseljahren keine Angst einjagen. Es gibt auch genügend junge Menschen, die vergesslich sind.

Andere unangenehme Symptome der Wechseljahre wie Harninkontinenz und  Verstopfung sowie Haarausfall oder verstärktem Haarwuchs im Gesicht habe ich Gottseidank nicht. Auf mein Gewicht muss ich schon mehr achten als in jungen Jahren, aber ich bin zugegebenermaßen auch bequemer geworden und erachte ein Speckröllchen mehr mit 50 + als nicht mehr so tragisch.

Alles in allem bin ich mit 55 Jahren, zumindest statistisch gesehen, ziemlich am Ende des Klimakteriums. Ich habe vielleicht nur Glück gehabt und eine gute Konstitution geerbt, trotzdem fühle ich mich nicht viel anders als mit 40 Jahren. Meine Wechseljahre sind ohne größere Beschwerden verlaufen.

Und ich genieße die Freiheit, das zu fühlen und das zu tun, was mir und den Menschen, die ich liebe, gut tut!

By Helena

Helena ist Mitte 50 und schreibt auf Sonnengeflecht hin und wieder über ihr Seelenleben und teilt interessante Einblicke mit uns.

2 Comments

  1. Antworten

    Anonymous

    Wie alt ist Johanna denn jetzt? Anfang 30 oder 55???

    1. Antworten

      Johanna

      Danke für den Hinweis – falsches Autorenprofil erwischt. Meine 55-jährige Gelegenheitsaitorin Helena verfasst ihre Artikel in Word und schickt sie dann. Ich bin nach wie vor noch weit entfernt vom Wechsel 😉
      LG, Johanna

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