Kefir gibt es mittlerweile in jedem Supermarkt zu kaufen. Egal, ob „Markenprodukt“ oder Supermarkt-Eigenmarke, ich finde diesen Probiotischen Drink einfach super lecker. Leider ist Kefir immer aus Kuhmilch – für Menschen, die keine Kuhmilch vertragen, wie meinen Sohn, ist das schwierig. Unter anderem deshalb habe ich vor Kurzem versucht, ob man nicht aus Schafmilch und Kefirknollen Kefir selber machen kann. Worauf man dabei achten sollte und warum ich nach meinen Erfahrungen auf das Kefir selber machen verzichte.
Was ist Kefir?
Kefir entsteht, wenn Milch mithilfe von Kefirknollen vergärt. Mehrere Milliarden wertvoller Milchsäurebakterien und Millionen Hefekolonien machen aus normaler Milch einen gesunden, wohlschmeckenden, probiotischen Drink. Dieser unterstützt die körpereigenen Bakterien bei der Verdauung und enthält wertvolle Nährstoffe. Die Kefirknollen werden zusammen mit der Milch angesetzt und an einem dunklen Ort ein bis zwei Tage stehen gelassen. In dieser Zeit arbeiten die Kefirkonllen und produzieren das Getränk, das man dann pur trinken, in Nachspeisen oder Smoothies, im Müsli oder im Salatdressing verwenden kann.
Bei guter Pflege produzieren die Kefirknollen ein Leben lang Kefir. Man spart auf Dauer also auch Geld.
Es gibt übrigens auch sogenannten Japanischen Wasserkefir. Dabei wird mit etwas Zucker und Trockenfrüchten, Wasser und Wasserkefirkristallen Wasser in ein Wellnessgetränk verwandelt. Dabei entsteht eine Symbiose aus nützlichen Mikroorganismen, die das Getränk mit Milchsäurebakterien, Hefen und verschiedenen Vitaminen anreichern.
Kefir selber machen: So geht’s
Zum Kefir selber machen benötigst Du
- Milch
- Milchkefirknollen
- 1 Kunststofflöffel
- 1 Kunststoffsieb
- verschließbares Gefäß, z.B. Einweckglas mit Gummi
Und so einfach kannst Du Kefir selber machen:
- Kefirknollen und Milch in das Gefäß geben.
- Deckel verschließen, sodass die Kohlensäure hinaus, aber keine Luft hinein kann.
- Gefäß mindestens 24 Stunden an einem lichtgeschützten Ort im Zimmer oder Kühlschrank lagern.
- Den Kefir mit dem Sieb absieben, wenn nötig mit dem Löffel nachhelfen. Die Kefirknollen bleiben im Sieb zurück, der Kefir landet in einem Gefäß, z.B. einer Tasse.
- Die Kefirknollen mit lauwarmem Wasser vorsichtig abspülen.
- Das Gargefäß mit heißem Wasser und ggf. einer Bürste reinigen und den Kefir neu ansetzen.
Wichtig zu beachten bei Milchkefir:
- Das Gär-Gefäß darf keine Rückstände von Spülmittel oder Klarspüler haben.
- Glas so verschließen, dass keine Luft hinein, aber hinaus kann. Bei der aneroben Gärung bildet sich Kohlensäure, die entweichen muss. Sauerstoff dagegen stört den Gärungsprozess. Ein Glas mit Gummiring ist z.B. perfekt.
- Die Kultur darf nicht mit metallischen Gegenständen in Kontakt kommen.
- Die Kultur muss sich ggf. erst an Wasserqualität gewöhnen, hab also Anfangs Geduld.
- Gärung im Warmen (22-25^C): Milchsäuregärung überwiegt und die Milch wird von der Molke getrennt. Das Getränk nimmt einen säuerlichen Geschmack an.
- Gärung im Kühlen (10-15^C): Hefegärung überwiegt, es entsteht ein wenig Alkohol, aber Getränk ist milder und fester.
- Ein Wechsel zwischen den Temperaturen kann die Gärung zusätzlich anregen.
- Du solltest den Ansatz mindestens 1-2 Tage gären lassen, nach Geschmack auch länger.
- Hygiene beachten, d.h. nicht mit den Händen anfassen und alle Gegenstände sauber halten.
Kefir bei Histaminintoleranz (HIT)
Viele, die unter einer Histaminintoleranz leiden, fragen sich, ob sie Kefir trinken sollen, da er durch Bakterienkulturen entsteht und damit potentiell Histamin gebildet werden kann. Auf diese Frage gibt es leider keine eindeutige bzw. allgemein gültige Antwort. Kefir gehört sicherlich nicht zu den Lebensmitteln, die bei jedem auf der roten Liste stehen müssen, einige Betroffene vertragen ihn sehr gut. Das liegt mitunter daran, dass die probiotischen Kulturen die Verdauung fördern und den Darm stärken. Damit kann es sein, dass möglicherweise enthaltenem Histamin entgegengewirkt wird.
´Wie bei allem anderen auch ist Kefir bei HIT auch eine Mengenfrage. Wenn Dein Organismus insgesamt stabil und der Histamingehalt in Verdauungstrakt und Blut gering, wirst Du Kefir wahrscheinlich vertragen. Ansonsten taste Dich vorsichtig heran.
Viele HIT-Betroffene haben grundsätzlich Schwierigkeiten mit Kuhmilchprodukten. Dann kann es sinnvoll sein, Kefir aus Schaf- oder Ziegenmilch selbst herzustellen oder auf Wasserkefir umzusteigen.
Meine Erfahrungen mit Kefir selber machen
So viel zur Theorie. Ich bestellte mir also Kefirknollen über Amazon, die einige Tage später eintrafen. Wie auf den beiliegenden Zetteln beschrieben, beachtete ich alle oben genannten Tipps akribisch. Kein Metall, sauberes Gefäß, usw. Ich probierte die Gärung mit reiner Schafmilch, in der Hoffnung, für meinen Sohn bald leckeren Kefir ohne Kuhmilch zu haben. Nach 24 Stunden goß ich ihn zum ersten Mal ab und probierte gespannt. Die Milch war einfach nur sauer geworden. Ungenießbar. Von Kefir keine Spur. Ich versuchte es weiter, beim nächsten Mal ließ ich die Knollen im Kühlschrank arbeiten und wartete etwas länger. Das Ergebnis: Der Kefir war zwar nun gestockt, schmeckte aber genauso scheußlich.
Also versuchte ich mein Glück mit Kuhmilch. Auch dieser „Kefir“ schmeckte ungenießbar. Um auszuschließen, dass das nur meine Wahrnehmung war, trank ich ein Glas davon. Mein Magen rebellierte den restlichen Tag dagegen. Meinem Sohn wollte ich dieses „Getränk“ lieber nicht geben. Nach etwa 3 Wochen gab ich auf und entsorgte die Knollen. Im Internet las ich, dass ich mit dieser Erfahrung leider nicht die einzige bin. Während viele Kefirknollen über Jahre hin einwandfreien Kefir produzieren, läuft bei manchen Kulturen etwas schief. Diese erholen sich dann auch nicht mehr, man muss sich eine neue Kefirknolle besorgen.
Der Händler von Amazon (Affiliate-Link) äußerte sich zum Thema folgendermaßen: Alle anderen Kunden, die dieselbe Kultur zugeschickt bekommen haben, hätten keine Probleme (oder sich nicht beschwert wegen 15€?) und sie würden mir neue Kefirknollen zusenden. Danach habe ich nie wieder was gehört. Ich für meinen Teil habe das Kefir selber machen aufgegeben und kaufe meinen Kefir nun wieder im Supermarkt. Aus Kuhmilch.
Meine Eltern und Großeltern trinken seit vielen Jahren Wasserkefir und haben damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Das probiotische Getränk unterstützt ihre Gesundheit, meine Oma ist fast 90 Jahre alt und nie krank. Allerdings passiert es bei den Wasserkefir-Knollen alle paar Jahre, dass diese einfach verkümmern und ausgetauscht werden müssen. Ich persönlich finde den Geschmack von Wasserkefir ungenießbar und habe ihn daher nie längerfristig ausprobiert.
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Wir haben auch über Amazon bestellt und die 3 kleinen, reiskorngrossen Knollen wirkten nicht sehr vertrauenserweckend. Trotzdem hat alles gut geklappt. Die Pilze haben sich vergrößert und sehen jetzt wie Blumenkohlröschen aus. Der Getränk schmeckt jedes Mal herrlich.
Hallo Janine,
super, dass nicht jeder so bittere Erfahrungen machen muss – vielleicht ein anderer Anbieter? Mich schaudert es heute noch beim Gedanken an den scheußlichen Geschmack 😉
Liebe Grüße,
Johanna