Was wir heute noch von der mittelalterlichen Ernährung lernen können

Was wir heute noch von der mittelalterlichen Ernährung lernen können

Im Mittelalter waren schätzungsweise 90% der Gesamtbevölkerung einfache Bauern. Diese waren durch harte Arbeit und die landwirtschaftliche Tätigkeit auf das Überleben angewiesen. Eine derartige kulinarische Entfaltung wie in der heutigen Zeit ist im Mittelalter undenkbar gewesen.

Ernährung einer Bauernfamilie im Mittelalter

Eine typische Mahlzeit einer Bauernfamilie bestand in der Regel aus Wasser und stark verdünntem Bier. Dazu gab es Haferbrei. Dieser war ungesüßt und zusammen mit Wasser aufgekocht.
Die Bauernfamilien waren auf die Lebensmittel angewiesen, die im hauseigenen Garten bewirtschaftet und angebaut wurden. Auf dem Speiseplan standen neben einer Vielzahl an Getreiden auch Pferdebohnen – heutzutage nur noch als Futtermittel in Verwendung -, hausgebackenes Brot und gelegentlich Grütze.

Daneben gab es natürlich auch allerlei Gemüse- und Obstsorten, wie Äpfel, Birnen, Kirschen, Lauch, Bohnen und Zwiebeln, die den Speiseplan abrundeten und etwas Abwechslung boten.

In Zeiten von Hungersnöten aufgrund schlechter Ernten, schlechten Lagerungen oder menschlichen Versagens war das Fleisch eines der Hauptkalorienlieferanten der Bauern.

Fleisch und Fisch waren neben Butter, Eiern und Milch ein teures Gut und konnte nur von denen erworben werden, die es sich leisten konnten oder wer selbst Nutztiere besaß.
Dabei wurde alles gegessen, was vorhanden war: Pferd, Kuh, Schaf, Schwein und Ziege.

Durch den wachsenden Handel mit fernen Ländern änderte sich zumindest in den Städten allmählich der Speiseplan.
Es traten immer mehr exotische Obst- und Gemüsesorten, getrocknete Früchte, Reis und exotische Gewürze in den Vordergrund.
Gewürze waren und blieben bis heute ein teures Gut, welches sich die einfachen Bauern nicht leisten konnten. Safran, Zucker und Pfeffer beispielsweise wurde damals mit Gold aufgewogen.
Gesüßt wurden die Speisen mit Honig.

Hoher Kalorienbedarf aufgrund harter Arbeit

Tatsächlich nahmen die Menschen im Mittelalter täglich bis zu 4000 Kalorien zu sich. Dennoch ist die mittelalterliche Ernährung gesünder und langlebiger als unsere heutige Ernährung zu bewerten.
Der Grund: es fehlten im Mittelalter zuckerhaltige Lebensmittel! Die Leute konsumierten keine Schokolade, Kuchen und industriell gefertigte Nahrungsmittel!

Da die Bauern jeden Tag mindestens 12 Stunden hatte Arbeit verrichteten, verbrannten sie auch eine Vielzahl der aufgenommenen Kalorien wieder.

Die Fastenzeit – Verzicht auf tierische Produkte

Im Zuge der alljährlichen Fastenzeit war der Verzehr von Fleisch und anderen tierischen Produkten untersagt.
Einige Produkte wurden sogar durch pflanzliche Produkte ersetzt, wie zum Beispiel die Mandelmilch.
Die Fastenzeit konnte bis zu 150 Tage des Jahres andauern. Das heißt, dass ein streng Gläubiger 150 Tage keine tierischen Produkte zu sich nahm und sich ausschließlich pflanzlich ernährte.

Hauptnahrungsmittel – das Getreide

Im Mittelalter ernährten sich die Leute hauptsächlich von Getreide. Es stand eine große Auswahl an verschiedensten Sorten zur Verfügung. Neben den uns bekannten Getreidearten, wie Weizen, Hafer, Dinkel, Hirse und Gerste, wurde auch Emmer und Rispenhirse angebaut.
Das am meisten angebauteste Getreide war allerdings der Roggen.

Daraus ließ sich wunderbar Brot backen, das zu allen Mahlzeiten gereicht wurde. In der Regel war das Brot ungesalzen, aber mit Sauerteig angesetzt.
Das Körner-Vollkornbrot war unter den einfachen Bauern ein ständiger Begleiter, wo hingehen das helle Weizenbrot den Reichen vorbehalten war.

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