Histaminintoleranz: Ursache Östrogendominanz?

5. Dezember 2016

Histaminintoleranz Östrogendominanz Ursache
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Vor kurzem bin ich im Rahmen einer Recherche zum Thema Histaminintoleranz nach der Stillzeit auf einen Zusammenhang gestoßen, der mir in dieser Form bisher  neu war: Eine Histaminintoleranz kann unter Umständen auch verursacht werden durch eine sog. Östrogendominanz. Das heißt, das Gleichgewicht zwischen Östrogen und Progesteron im Hormonhaushalt ist gestört. Die Auswirkungen sind gravierend.

 

Der Zusammenhang zwischen Histaminintoleranz und Östrogendominanz

Ein Großteil der von einer Histaminintoleranz betroffenen Menschen sind Frauen. Da liegt ein Zusammenhang mit den Hormonen natürlich nahe. Aufgrund dieser Vermutung hatte ich bereits 2010, also vor 6 Jahren, meine Anti-Baby-Pille abgesetzt. Leider war keine unmittelbare Verbesserung zu spüren. Erst mit den zunehmenen Auswirkungen meiner Schwangerschaft Anfang 2015 waren die Symptome meiner Histaminintoleranz plötzlich wie weggeblasen. Ich konnte, zum ersten Mal seit vielen Jahren, endlich alles essen, ohne mir Gedanken zu machen oder hinterher zu leiden. Dass dies auf eine Erhöhung des DAO-Spiegels durch die Plazenta um das etwa 300-fache zurückzuführen ist, hatte ich schnell herausgefunden.

Doch warum genau die HIT auch in der Stillzeit wegblieb, war mir schleierhaft. Musste irgendwas mit den Hormonen zu tun haben, klar. Aber was?

Leider gibt es viele Punkte, die auch die Forschung im Bezug auf Histamin und Östrogen noch nicht genau kennt. Scheinbar ist es aber so, dass eine gegenseitige Wechselbeziehung zwischen den beiden Botenstoffen besteht. Sie benötigen beide Vitamin B6, um zu arbeiten bzw. abgebaut zu werden. Wenn also viel Östrogen im Körper zersetzt werden muss, bleibt wenig Vitamin B6, damit das Enzym DAO richtig arbeiten und Histamin im Darm abbauen kann. Gleichzeitig regt ein hoher Histaminspiegel im Körper möglicherweise die Bildung des Sexualhormons Östrogen an. Ein Teufelskreis entsteht, aus dem man sich nur auf einem Weg befreien kann: Warten und Histamin im Körper, egal aus welchen Quellen, vermeiden.

Was ist eine Östrogendominanz?

Von einer Östrogendominanz spricht man, sobald das Verhältnis zwischen den Hormonen Progesteron und Östrogen nicht ausgewogen ist und dadurch zu wenig Progesteron zur Verfügung steht. Wichtig ist nicht der absolute Wert, sondern das Verhältnis von Östrogen zum Progesteron (Gelbkörperhormon).

Diese Tatsache bzw. deren Auswirkungen sind vielen Ärzten in Deutschland noch unbekannt. Daher wird häufig nur der Östrogenspiegel gemessen und ein Mangel festgestellt – und behandelt. Doch auch bei einem Östrogenmangel kann noch eine Östrogendominanz vorliegen, wenn der Progesteron-Mangel noch gravierender ist. Eine Behandlung ausschließlich mit Östrogen verschlimmert die Symptome natürlich noch weiter.

Symptome einer Östrogendominanz

Dass eine Histaminunverträglichkeit in Zusammenhang steht mit einer Östrogendominanz kann man im konkreten Fall dadurch beobachten, dass bei manchen Frauen die histaminabhängigen Beschwerden zyklusbedingt variieren, egal, was sie gegessen haben. Viele Frauen mit einer Östrogendominanz leiden unter PMS (Prämentruales Syndrom), d.h. sie haben starke Schmerzen vor bzw. während der Regelblutung. Das kann unter anderem daher kommen, dass Histamin die Kontraktion der Gebärmutter fördert. Deshalb schützt sich der Körper während einer Schwangerschaft ja auch vor einem zu hohen Histaminspiegel – es würde die Gefahr vorzeitiger Wehen bestehen.

Weitere Symptome einer Östrogendominanz bzw. Folgen können sein:

  • Depressive Verstimmungen von bis zu einer Woche, Angstzustände
  • Gewichtszunahmen, Ödeme (Wassereinlagerungen), Trombosen und Embolien
  • Konzentrationsschwierigkeiten bis hin zum Gedächtnisverlust
  • Fehlgeburten und Unfruchtbarkeit
  • Einerstock-Zysten
  • empfindliche Brüste
  • Schnellere Hautalterung
  • Schockreaktionen im Körper (dauerhafte Stresszustände)

Ursachen einer Östrogendominanz

Doch wie kommt ein Hormonspiegel aus dem Gleichgewicht? Bei mir persönlich vermute ich nach diesen Informationen mehr denn je einen Zusammenhang mit der Anti-Baby-Pille, die erheblich in den weiblichen Hormonhaushalt eingreift – in meinem Fall über viele Jahre hinweg.

Häufig stellt sich der körpereigene Hormonhaushalt bei Frauen in den Wechseljahren um oder nach einer Schwangerschaft. Auch gynäkologische Erkrankungen oder eine Erkrankung der Schilddrüse können Ursache der Östrogendominanz sein. In der Tat gibt es einen engen Zusammenhang zwischen Östrogendominanz, Histaminintoleranz und Schilddrüsenunterfunktion bzw. Hashimoto-Syndrom (einer Autoimmunkrankheit, die zu einer Schilddrüsenunterfunktion führt).

Auch die vermehrte Aufnahme von Östrogen aus Nahrungsmitteln bzw. Kleidung oder Kosmetika kann zu einer Störung des Hormon-Gleichgewichtes führen. Tierische Lebensmittel sind zum Teil erheblich mit Östrogenrückständen belastet, das zur Tiermast eingesetzt wird.

Was kann ich tun bei Östrogendominanz?

Diagnose

Wer den Verdacht hat, unter einer Östrogendominanz zu leiden, sollte das ärztlich abklären lassen. Leider sind nicht alle Ärzte für solch komplexe Themen offen und schicken ihre Patienten lieber mit einer einfacheren Diagnose nach Hause. PMS oder Migräne klingt doch gut, oder? Lass Dich davon nicht unterkriegen! Besteh’ auf eine Überweisung zum Spezialisten, finde einen Arzt, der sich damit auskennt – oder werde selbst zum Spezialisten. Wenn man beim Arzt, auch bei einem, der nicht daran glaubt, auf einen bestimmten Test besteht, kommt man meistens durch. Spätestens, wenn man androht, sich bei der Ärztekammer oder Krankenkasse zu beschweren.

Was ihr braucht, ist ein sog. Hormonstatus. Den kann man über den Speichel oder über das Blut feststellen. Wichtig ist, dass nicht nur das Östrogen, sondern das Verhältnis zwischen Östrogen und Progesteron gemessen wird. Nur so kann man sagen, ob eine Östrogendominanz vorliegt.

Wer dies völlig unabhängig von Ärzten erfahren möchte, kann auch einen Östrogendominanz-Test auf Amazon bestellen. Mit Hilfe einer Speichelprobe, die ihr einschickt, wird der Hormonstatus bestimmt und das Ergebnis zu euch nach Hause geschickt.

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Therapie

Eine leichte Östrogendominanz lässt sich in manchen Fällen durch natürliche Lebensmittel bzw. Nahrungsergänzungsmittel behandeln. Folgende Lebensmittel enthalten Substanzen, die im Körper ähnlich wirken wie Progesteron. Dadurch wird der Östrogendominanz entgegen gewirkt:

All diese Lebensmittel kann man ganz einfach online bestellen. Wenn diese natürlichen Heilmittel nicht helfen, kann man auch mit Progesteron aus der Apotheke behandeln. Dafür solltest Du Dich aber in ärztliche Aufsicht begeben.

Östrogendominanz in der Stillzeit

In meinem persönlichen Fall macht es aktuell noch nicht wirklich Sinn, diesen Test durchzuführen, denn ich stille nach wie vor meinen Sohn. Zwar hat sich etwa 14 Monate nach der Geburt mein Hormonhaushalt umgestellt, ich habe meine Regelblutung wieder bekommen und seitdem auch wieder die Symptome einer Histaminintoleranz. Trotzdem werden mit jedem Stillen Hormone ausgeschüttet. Das Verhältnis kann also noch nicht als aussagekräftig gesehen werden.

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By Johanna

Johanna ist Anfang 30, verheiratet, 1 Kind. Obwohl das Leben ihr schon immer zuzulächeln scheint, ist sie immer noch auf der Suche. Denn vor allem gesundheitlich ist der Weg noch weit.

18 Comments

  1. Antworten

    Julia

    Toller Artikel, vielen lieben Dank!!

  2. Antworten

    Simona

    Hallo Johanna,
    vielen Dank für die wichtige Info. Ich leide unter Östrogendominanz und unter Histaminintoleranz, wäre aber nie auf einen Zusammenhang gekommen. Da muss ich mich gleich mal noch genauer damit befassen. Dir alles Gute.
    Simona

  3. Antworten

    mary

    hallo,
    wie kann man das aber mit der Pille genau bestimmen?
    danke

    1. Antworten

      Johanna

      Ich denke / glaube, mit Einnahme der Pille erzeugt man automatisch eine Östrogendominanz. Wobei die “Hormone”, die man mit der Pille einnimmt, keine natürlichen Östrogene sind, sondern in ihrer chemischen Formel leicht abgewandelte. Auf diese Weise reicht es, die Pille einmal täglich einzunehmen. Würde man echte Hormone verwenden, müsste man mindestens alle paar Stunden welche Einnehmen. Welche langfristigen Auswirkungen diese künstlichen Hormone auf den Körper haben, ob sie z.B. Krebs begünstigen, ist nach wie vor umstritten. Für mich war es einer der ersten Schritte, die Pille abzusetzen. Ich würde dir sehr ans Herz legen, dich damit zu befassen, was für Auswirkungen die Pille auf dich und deine Gesundheit hat.
      Bezüglich der Östrogendominanz vermute ich, dass der Test auch die künstlichen Hormone der Pille mit einschließt. Ob die Dominanz nun durch die Pille kommt oder nicht, ist egal. Auswirkungen sind dieselben.

  4. Antworten

    Stine

    Hallo Johanna,
    ich bin nicht der große Kommentare Schreiber aber Dein Artikel ist so spitze, ich musste ein paar Worte schreiben.
    Ich habe bereits einen jahrelangen Leidensweg hinter mir. Einiges begann bereits in meiner Kindheit. Richtig schlimm wurde es aber gegen Ende der Schwangerschaft, bzw. nach der Entbindung. Meine Symptome und Probleme wurde immer schlimmer und heftiger, soweit, dass ich sogar meine Arbeit aufgeben musste.
    Zusätzlich zu meinem Leidendruck durch zahlreiche Symptomatiken, war und bin ich immer wieder mit Vorurteilen und Schubladendenken konfrontiert. Leider auch stark von ärztlicher Seite. Einmal in der Schublade “Psychosomatisch” kommt man da schwer wieder heraus und wird auch kaum ernst genommen. Dazu kommt, das ich unter Gewichtsproblemen leide, mein Kampf den Ärzten glaubhaft zu machen, das es definitiv nicht an meiner Ernährung liegen kann hat mich psychisch unglaublich belastet.
    Es gab unzählige intensive Diskussionen mit Ärzten und ich habe viele Ärzte gewechselt. Dann bin ich an Ärzte geraten die mich endlich auch ernst genommen haben und auch meinen Leidensdruck erkannten. Und schon kamen wir ein Stück weiter. Zuerst wurde eine Schildrüsenunterfunktion festgestellt. Seit ich dafür Medikamente nehme, habe ich (bei gleicher Ernährung) 40 kg einfach so abgenommen.
    Dann kam mein Lungenarzt auf die Sache mit dem Histamin. Und er lag richtig. Ich habe eine Histamose. dazu eine Licht-und Wärmeallergie (Urtikaria)
    Ich habe also meine Ernährung von eigentlich gesund umgestellt auf so Histaminarm wie möglich. Zusätzlich mit Antihistaminika. Trotzdem bekommen wir es einfach nicht richtig in den Griff und ich hatte sogar schon einen schlimmen Krampfanfall. Es ist zum verzweifeln.
    Meine Apothekerin, die ebenfalls an einer leichteren Histaminose leidet, erwähnte dann einmal ihren Verdacht, dass auch das Östrogen dabei eine Rolle spielt. Ich habe das aber nie weiter verfolgt.
    Seit einiger Zeit hat sich mein Zustand weiter verschlechtert, die Ärzte und ich selbst sind am verzweifeln. Irgendwann habe ich selbst aber auch bemerkt, dass viele Symptome tatsächlich deutlich schlimmer werden vor oder während meiner Periode. Es ist immer etwas unterschiedlich. Der Schmerz ebenso wie andere Symptomatiken und selbst als absolut Histamin-frei geltende Nahrung löst alles mögliche aus. Ich weiß schon gar nicht mehr was oder wie ich überhaupt noch essen soll.

    Dank Deinem sehr gut erklärten Beitrag fühle ich mich jetzt in meiner Vermutung und eigenen Beobachtung absolut bestärkt und werde gleich morgen mit meinem Arzt darüber sprechen (Ich habe sowieso einen Termin) und auch gleich besprechen wer diesen Test machen könnte.
    Besonders der Zusammenhang mit der Schilddrüsenunterfunktion macht Sinn.
    Und auch Deine Beschreibung aller Symptomatiken passt bei mir 1 zu 1.

    Man findet vieles im Internet, aber selten so sachliche und mit Verstand geschriebene Blogs!
    Herzlichen Dank!!
    Und alles gute für Dich!

    1. Antworten

      Johanna

      Liebe Stine,

      vielen Dank für diese liebe Rückmeldung! Genau deshalb schreibe ich diesen Blog, um vielleicht hin und wieder jemandem weiter zu helfen, der selbst nicht mehr weiter weiß. So wie ich damals. Ich kann so gut nachvollziehen, wie es dir geht. Es ist so ermüdend, jeden Morgen aufzustehen und die Frage ist nicht, ob es ein guter oder schlechter Tag wird, sondern wie schlecht es einem gehen wird.

      Von Psychosomatik als einziger Ursachenforschung halte ich wenig. Ich bin mir zwar sicher, dass die Psyche den Körper maßgeblich beeinflussen kann, aber nicht an beliebiger Stelle, sondern immer dort, wo schon ein körperlicher Schwachpunkt ist. Diesen sollte man immer parallel behandeln bzw. beachten.

      Wenn ihr mit der Ursachenforschung weiter gekommen seid, kann ich dir die Klink in Neukirchen (s. Artikel) wärmstens empfehlen, um einfach mal runter zu kommen und deinem Körper die Chance zu geben, sich zu erholen. Mir hat es sehr geholfen, auch ohne mein Wissen über die Hormonsache. Und dort wird man ernst genommen. Unterstützt. Entlastet.

      Ich wünsche dir, dass es bald aufwärts geht, vielleicht sagst du ja Bescheid, was rausgekommen beim Arzt?

      Liebe Grüße,
      Johanna

  5. Antworten

    Christiane

    Guten Morgen ,
    Eine sehr gute Seite, in der ich mich mit meinem Histaminproblem und Östrogenverhalten wiedererkenne. Die Problematik kenne ich seit mehreren Jahrzehnten und lebe mal gut, mal schlecht damit, von Ärzten nicht mit Ernsthaftigkeit wahrgenormen. In welchem Verhältnis sollte Östrogen zu Progesteron in den Wechseljahren stehen? Lg

    1. Antworten

      Johanna

      Liebe Christiane,

      das kann ich Dir auf Anhieb nicht beantworten. Hoffentlich komme ich bald dazu, einen lange geplanten Artikel zu den Hormonen in den Wechseljahren zu schreiben – dann bekommst Du darauf auf jeden Fall eine Antwort.

      Ich wünsche Dir, dass es Dir bald besser geht. Viele Ärtze therapieren ja in den Wechseljahren mit künstlichen Hormonen. Versuche, einen Arzt zufinden, der mit naturidentischen Hormonen arbeitet. Das könnte vielleicht die Lösung sein.

      Alles Gute für Dich,
      Johanna

  6. Antworten

    zucker_frau

    Hallo Johanna! Ich habe mich unglaublich gefreut, diesen Beitrag von dir gefunden zu haben und meine Selbsdiagnosen bzw Gedanken absolut bestätigt zu sehen! Aber von Anfang an: ich bin 44, weiblich, habe bis jetzt keine Kinder und bin gerade in der 7 SSW nach einer künstlichen Befruchtung mit kryo konservierten Embryonen…Ja-ja, es hat geklappt!!!!!

    …aber mir geht es unglaublich beschissen und zwar weil ich sehr starke Progesteron-Spritzen( anfangs Agolutin, danach Prolutex 25, beides täglich) bekomme seit dem Embryotransfer und mein System ist völlig ausgetickt: heftige Schwellungen, Jucken, Brennen und Nässen im Genital- und Analbereich, Atemnot, brennende Augen, ich habe in 4 Wochen a 12 Kg Wasser eingelagert, meine Brüste haben 2 Größen zugelegt, ich bin total benommen, habe von früh bis Abend schrecklichen Würgereiz und kann nix essen und am schrecklichsten sind die Unterleibschmerzen und Krämpfe, weil ich Angst habe dass das Würmchen abgeht…seufz…Das Problem ist, dass alle diese Nebenwirkungen in dem Beipackzettel stehen, sodass mir von allen Ärzten gesagt wird: einfach durchhalten bis 12 SSW…also noch ca 6 Wochen….. Es hat nix geholfen, keine NEMs, keine Vitamine….nix

    aber dann kam ein Aha-Erlebnis: ich sitze gestern in der Küche und esse Mandelkuchen von meiner Mitbewohnerin( ich habe niemals früher Allergien gehabt, konnte immer alles essen, niemals Heuschnupfen oder was auch immer1)..Auf einmal juckt und brennt alles…Unten, oben, Augen…alles…Sagt meine Freundin: ich habe da noch Aerius, in D. verschreibungspflichtig, aber im Rest EU frei verkäuflich…Versuche es mal…und es geschah Wunder: nicht nur die Allergie-Symptome waren weg, sondern auch alle anderen! Ich war für 4-5 stunden ein anderer Mensch wieder! Da hat es Klick gemacht: Histaminüberschuss durch Öströgendominanz…

    Die Progesteron-Spritze muss meine Eierstöcke extrem übersimuliert haben ( steht sogar im Beipackzettel, dass es möglich ist), es kam zu einer extremen Östrogendominanz( ich habe schon in der 2ten SSW HCG -Spiegel von 2700 gehabt und Progesteron von 35, meine Gyn hat sich schon sehr gewundert) und der Histaminspiegel schoss nach oben….interessanterweise, der Vorgängerstoff Aerius, Lotardin ist im Lorano drin, frei verkäuflich..aaabeeerrr….Deslotardin von Aerius ist Metabolist von Lotardin und deshalb muss er nicht durch die Leber, um umgewandelt zu werden…Weil Lorano bei mir 0 Wirkung hatte….

    Also, es kann sein, dass Leber überlastet ist und deshalb normale, frei verkäufliche H1 und H2-Inhibitoren keinerlei Wirkung ( wie bei mir) zeigen, währen die Metabolisten davon sehr gut funktionieren…

    Die Hauptwirkungzeit ist ca 4 Stunden, danach geht es wieder los, aber bei weitem nicht so schlimm, wie seit 6 Wochen….

    Ich wollte dieses Bericht schreiben, weil mir sonst niemand auch im Netz helfen konnte, ich habe nix gefunden an Erfahrungsberichten oder Ähnlichem..

    Ich habe ähnliche Symptome, nur wesentlich leichter ( ca nur 10 % von jetzigen) seit ca 4 Jahren und habe wahnsinnige Odyssee hinter mir…Hab mich selbst mit NEMs, Spurenelementen, Yoga und co herausgebracht und freute mich auf eine schöne Schwangerschaft…naja, es wird noch..:-)..habe jetzt eine ganzheitliche Gynäkologin gefunden, die allem sehr offen gegenüber steht und die Ahnung hat…Wenn jemand noch fragen hat, stehe ich gern zur Verfügung! also, Mädels, Kopf hoch…selbst ist die Frau…

    Ich gebe noch einen Tip: geht nicht nach den Werten, geht nach euerem Gefühl…Wenn der Arzt sagt: Werte gut, aber das Gefühl ist nicht gut, dann sind die WERTE AUCH SCHLECHT FÜR EUCH…

    1. Antworten

      Johanna

      Liebe zucker_frau,

      vielen Dank für diesen Bericht. Ich bin da ganz bei Dir, bei solch komplizierten Beschwerden sind die Ärzte häufig überfordert und wollen nur nach Schema F diagnostizieren. Das, was sie schon kennen. Das geschieht sicherlich nicht aus bösem Willen, sondern weil diese Krankheitsbilder und die genauen Zusammenhänge einfach noch viel zu wenig erforscht sind. Histaminintoleranz wird erst seit wenigen Jahren im Medizinstudium unterrichtet. Das heißt, die ältere Generation an Ärzten hat oft keinen Schimmer, was das sein soll.

      Deshalb habe ich es genau gemacht wie Du: Selbst der Experte werden. Bücher lesen. Im Internet recherchieren. Erfahrungsberichte lesen. Nicht aufgeben, die Zusammenhänge verstehen zu wollen.

      Ich wünsche Dir, dass Du und das Würmchen die nächsten 6 Wochen gut überstehen und Du dann eine wundervolle Schwangerschaft hast. Denn wenn die künstlichen Hormone wegfallen, regelt der Körper in der Schwangerschaft eine HIT ganz wunderbar. Meistens zumindest.

      Alles Gute,
      Johanna

      1. Antworten

        zucker_frau

        Liebe Johanna, da gebe ich dir absolut recht. Was HI angeht, habe ich das Gefühl, es wird immer mehr. Immer mehr Frauen in meiner Umgebung fühlen sich schlecht und haben mit tausenden von Unverträglichkeiten und Allergien zu kämpfen. Bei vielen hilft die Diät auch fast gar nicht und sie verzweifeln. Habe sehr viele verzweifelte berichte im Netz gefunden und Leidenswege von vielen-vielen Jahren. Ich vermute ( ähnlich wie du), dass der Anstieg auf sehr häufige Verwendung von Anti-baby-pille, Einsatz von Östrogenen in der Tiermastindustrie, spätes Kinderkriegen und hohem Einsatz von Antidepressiva und Neuroleptika, die massiv in den Hormonhaushalt der Frau eingreifen , zurück zu führen ist. Stress ist natürlich auch nicht zu vergessen. Er führt ja zu hohem Adrenalin und Dopaminspiegel, was wiederum zum Histaminanstieg führt. In meinem Fall ist es evt so heftig ausgewirkt, weil ich von Haus aus einen 4-fachen Taurinspiegel habe.

        Taurin ist ja bekannt für den Einsatz in Red Bull und andren Getränken, es ist eine nicht essentielle Aminosäure. Auf meiner Arztödysee habe ich mal meinen Aminosäureprofil machen lassen..und siehe da: alles perfekt bis auf Taurin und zwar um das 4fache zu viel! und irgendwo da liegt auch der Zusammenhang! ich habe schon überlegt, auf meine alten Tage Biochemie zu studieren, um die Zusammenhänge zu verstehen 🙂

        Es ist unser Leben, was da irgendwie nicht rund läuft, auf die Ärzte ( aber auch HP; TCMer und Co auch teilweise) kein Verlass! In meiner Psyche wurde dann solange herum gesucht, obwohl ich ein sehr zufriedener und ausgeglichener Mensch bin, bis irgendetwas gefunden worden ist und mir als Ursache präsentiert..Ich glaube, da können soooo viele Frauen ein Lied davon singen..

        Ich finde es sehr schön, dass du diesen Blog betreibst, so etwas habe ich mir auch schon überlegt, weil ich einen sehr langen und leidvollen Weg hinter mir habe und unbedingt anderen Menschen helfen möchte..Aber vorerst muss ich mich um mein Würmchen kümmern:-)…

  7. Antworten

    zucker_frau

    Liebe Johanna,

    ich wollte noch Einiges an Erfahrungen, die ich mit meiner Histaminintoleranz als Nebenwirkungen von Progesteronspritzen in den letzen Tagen gemacht habe, mit euch teilen. Eine gewisse Erleichterung brachten ebenso aktiviertes Vitamin B6, wird p-5-p genannt, muss in Leber nicht nochmal aktiviert werden, was natürlich einen sehr großen Vorteil darstellt für das komplett überlastete Organ. Ebenfalls helfen Bakterien, und zwar Omni Biotik Hetox, extra für Entgiftung der Leber entwickelt. Auch ein Teil der Histaminabbbauende Enzyme wird in der Leber gebildet, und diese ist wohl mit dem Progesteron extrem überlastet.Ich möchte ja nicht die ganze Zeit die Antihistaminika füttern.
    Meine Gyn hat mir auch Colibiogen verschrieben, es soll sehr gut für den Wiederaufbau der Schleimhäute sein und sieh da: meine Nesselsucht ist innerhalb von wenigen Tagen um 80% zurück gegangen! Was für eine Erleichterung, zumindest unten herum habe ich einigermassen Ruhe…:-)

    Diese Massnahmen haben bewirkt, dass es mir nicht mehr sehr beschissen, sondern nur noch schlecht
    🙂 geht…Mein Besuch bei der Gyn war sehr erfreulich, das Würmchen ist sehr lebendig, wackelt mit den Ärmchen und den Beinchen und ist von der Größe der 10 Woche, obwohl ich erst in der 7 SSW bin…uff….

    Also, ich finde, man sollte sich nie damit abfinden, dass es ” halt so ist” und “man sollte dadurch”.
    Was noch ganz schlimm ist, ist bei mir Atemnot, ich habe die ganze Zeit Angst, dass ich Asthmaanfall bekomme. Ich kann kaum etwas machen, was Bewegung erfordert, danach ringe ich minutenlang nach Luft. Sehr beängstigend für jemand, der niemals eine Allergie hatte.

    Was ich noch Interessantes berichten kann: seit 2 Jahren lebe ich glutunfrei, weil bei mir nach jahrelangen Suche Zöliakie im letzen Stadium fest gestellt wurde. Allerdings war Antikörpertest negativ, nur Biopsie war positiv ( verrückt, aber erst beim 7 – Gastroenthorologen!!!!!!, wie alle anderen es übersehen haben, ist mir ein Rätsel). Ich fing an mit glutunfreier Diät und mein Allgemeinzustand hast sich gebessert. AAAAAABBBER..ich hab nie so richtig daran geglaubt, dass ich Zöliakie habe, aus welchen Gründen auch immer, habe mich jedoch artig an glutunfreie Diät gehalten.

    Jetzt kommt es: ich kann momentan nix essen, ausser Kartoffeln…ich bekomme nichts herunter, allein beim Gedanken an Essen wird mir noch schlechter.. Das einzige worauf ich gestern wahnsinnig Lust hatte, war auf einmal frisches schwarzes Brot mit Butter! :-)…und ich habe gelernt, meinem Körper zu vertrauen, habe mir gestern Brot geholt und es war das Einzige was ich jetzt 2 Tage lang essen konnte…Verrückt..

    Mein Theorie ist: durch Östrogendominanz entwickelte Histaminintoleranz führt zu einem so hohem Histaminspiegel, dass der Körper anfängt auf sehr viele Sachen zu reagieren, die er früher nicht ” beachtet” hatte. Vor allem starke Allergene wie Gluten, Laktose, Fruktose fangen an zu “reagieren”…So kommt man zu seinen Lebensmittelunverträglichkeiten :-).

    Aber es ist nur ein Gedanke..

  8. Antworten

    Inge Grit Bendlin

    Liebe Johanna,
    durch meine Heilpraktiker wurde ich auf den Zusammenhang zwischen Östrogendominanz und diverser Beschwerden gebracht, die mich während der letzten Jahre zunehmend belasten. Ich bin bereits über die Menopause hinaus, aber geistig noch soooo jung. Die Histaminintoleranz wurde in den letzten Jahren immer schlimmer. Durch meine Suche im Internet, was denn Östrogendominanz bedeutet, stieß ich auf Deinen Artikel über den Zusammenhang zwischen der Östrogendominanz und der Histaminintoleranz. Mir fiel es wie Schuppen von den Augen und nun weiß ich auch, was ich machen muss, damit es mir wieder besser geht, hoffe, dass es mir mit der Zugabe von Progesteron-Creme und D3 Tropfen bald wieder etwas besser geht.

    Viel Glück für Dich und alles Gute von Inge Grit Bendlin

    1. Antworten

      Johanna

      Liebe Inge,

      ich drücke die Daumen, dass es bald aufwärts geht. Ich würde mich freuen, wenn Du beizeiten nochmal von Dir hören lässt und eine Rückmeldung gibst. Das kann für andere eine sehr wertvolle Information sein!

      Liebe Grüße,
      Johanna

  9. Antworten

    Monika Wolf

    Hallo Johanna,
    auch ich danke dir für deinen tollen Blog bzw Beitrag.
    Ich mache mich seit geraumer Zeit schlau, denn von den Ärzten wird man einfach nicht ernst genommen.
    Ich bin jetzt bei einer Naturheilpraktikerin. Sie war die erste dir mir helfen konnte.
    Histaminintoleranz, Östrogendominanz, Glutenunverträglichkeit, Nebennierenerschöpfung konnte ich einigermaßen in den Griff bekommen. Das heißt nicht das keine Probleme mehr da sind aber deutlich weniger und man weiß worauf man achten muss beim Essen usw.
    Freue mich mehr von dir zu lesen.

    Alles Liebe Monika.

    1. Antworten

      Johanna

      Danke, liebe Monika, für dieses tolle Feedback!!!

  10. Antworten

    Laura

    hallo, ich bin 28 Jahre alt und habe vor kurzem einen Hormontest (Speichel) machen lassen, mit dem Ergebnis dass ich eine Östrogendominanz und einen Progesteronmangel habe! Ich nehme die Pille schon seit vielen Jahren NICHT mehr. Jetzt frage ich mich woher die Östrogendominanz kommt. Ich habe den Test machen lassen, da ich schon seit langem einen sehr kurzen Zyklus habe (ca. 20 Tage, manchmal auch weniger). Normal sind zwischen 23 und 35 Tage.

    1. Antworten

      Johanna

      Hallo Laura,

      leider kann ich Dir nicht sagen, wodurch genau bei Dir die Östrogendominanz ausgelöst wurde. Hast Du denn einen Gynäkologen zu Rate gezogen? Wurden Deine Schilddrüsen-Werte untersucht? Auch den Darmflora Status würde ich an Deiner Stelle überprüfen lassen.

      Ich wünsche Dir, dass Du die Ursache findest. Viel mehr wünsche ich Dir aber, dass Du wieder gesund wirst, denn das ist viel wichtiger, als die Ursache!

      Alles Liebe,
      Johanna

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