Warum Briefmarken-Sammeln so heilsam sein kann

Der folgende Beitrag verrät dir, weshalb das systematische Horten von Gütern für viele Menschen schon seit Anbeginn der Zeit positive gesundheitliche Auswirkungen hatte.

Die Geschichte des Sammelns

Eine Menschheit, welche nicht den Drang verspürt, möglichst viele wertvolle Güter einer oder mehrerer Kategorien zu besitzen, gab es in facto nie. Zwar unterschieden sich die Prioritäten unterschiedlicher Epochen sehr voneinander, jedoch kann man deutlich erkennen, dass feudaler und stark ausgeprägter materieller Besitz – ob zum Selbsterhalt oder zur Selbstdarstellung – schon immer von großer Bedeutung war.

Schon in frühesten Überlieferungen wurden die Menschen als Jäger und Sammler kategorisiert. Während das Augenmerk zu dieser Zeit noch bei der Beschaffung von Lebensmitteln lag, wurde in der Antike das Ansammeln von Prestige-Objekten und seltenen oder besonders wertvollen Gegenständen vor allem beim Adel populär. Dieses Phänomen zeigt sich bis heute; anhand von besonders teurer Kleidung und Schmuck in großen Mengen oder üppiger Innendekoration, zeigt der Mensch der Außenwelt seine materielle Verfassung und seine finanziellen Möglichkeiten.

Auch das Sammeln von Briefmarken ist bis heute bei Einigen sehr beliebt. Seitdem die erste Briefmarke – die One Penny Black – am 6. Mai 1840 ausgegeben wurde, steigt der Wunsch der Menschen nach besonders seltenen, gut erhaltenen und exotischen Stücken. Das systematische Ansammeln von Gütern, welche faktisch keinem höheren Nutzen dienen, war also schon immer wichtiger Bestandteil und Ausdrucksmittel jeglicher Kulturen, Epochen und den zugehörigen Menschen.

Das Sammeln und seine gesundheitlichen Vorteile

Bereits der berühmte Naturforscher Charles Darwin erkannte im Sammeln eine beruhigende, ausgleichende und Freude bereitende Tätigkeit. Während Darwin bei vielen Forschungen seine Käfer-Sammlung aufstockte, möchte ich beim Beispiel des Briefmarken-Sammelns bleiben; die Motive, weshalb jemand mit dem Sammeln anfängt, sind meist unterschiedlicher Natur – die Auswirkungen auf Gesundheit, Psyche und Selbstwahrnehmung dafür aber oft ähnlich ausgeprägt.

Solange das Sammeln von bspw. Briefmarken einem systematischen System folgt, wird beim Sammler das organisatorische Denken unterstützt und gestärkt. Um doppelte Briefmarken, Stücke schlechter Qualität oder Plagiate ausmachen zu können, bedarf es außerdem einer außergewöhnlichen Aufmerksamkeit für Details. Intrinsische Motive der Neugier und dem Durst nach neuem Wissen brauchen außerdem genügend Interesse, um sich mit dem Thema langfristig und geduldig auseinanderzusetzen.

Die Freude, welche der Sammler dann an dem Komplettieren seiner Sammlung hat, kann die Selbstwahrnehmung positiv beeinflussen, das Selbstbewusstsein stärken und dem Leben Ordnung und einen praxisbezogenen „Sinn“ verleihen.

Die Ausschüttung von Glückshormonen kann sich des Weiteren positiv auf das Immunsystem und den generellen Gemütszustand auswirken – einsame Menschen fühlen sich durch das Sammeln oftmals glücklicher und bekommen Lust, ihre Leidenschaft gemeinschaftlich mit Gleichgesinnten zu teilen.

Die Schattenseiten des Sammelns

Trotz genannter Vorteile solltest du dir stets auch der Schattenseiten des Sammelns bewusst sein; oftmals verfallen Menschen in einen Drang zum unsystematischen Horten von Gegenständen. Dies passiert meist aufgrund von Minderwertigkeitskomplexen, welche durch möglichst viele materielle Besitztümer kaschiert werden und von Schwächen ablenken sollen.

Auch die Flucht vor der Realität in ein geordnetes System, ist oftmals ein Motiv sammelwütiger Menschen, dessen Leben außerhalb dieser Leidenschaft oftmals alles andere als geordnet ist.

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