Heilfasten: Erfahrungen, Tipps und Wissenswertes

5. Dezember 2017

Heilfasten Erfahrungen

Wer zum ersten Mal vom Heilfasten hört, findet die Methode vielleicht etwas radikal. Einige Tage gar nichts festes Essen? Vielleicht sogar einen Monat lang? Wer sich näher mit dem Thema Heilfasten beschäftigt und eigene Heilfasten Erfahrungen macht, wird aber schnell feststellen, dass dahinter einiges mehr steckt als “einfach nichts essen”.

Was ist Heilfasten?

Heilfasten hat keinen direkten Zusammenhang zum Fasten in der Fastenzeit, in der man für 40 Tage weniger isst oder auf bestimmte Dinge wie Süßigkeiten oder Alkohol verzichtet. Heilfasten bedeutet, dass man entweder gar nichts oder nur Obst- und Gemüsesäfte und Brühe zu sich nimmt. Wie lange man Heilfasten möchte, hängt von den eigenen Zielen und Möglichkeiten ab. Die meisten Pläne zum Heilfasten sind mindestens drei Tage lang, insgesamt sollte man maximal 30 Tage Heilfasten.


Viele stoßen zum ersten Mal auf das Heilfasten, weil sie abnehmen möchten. Das ist zwar ein positiver Nebeneffekt vom Heilfasten, aber nicht das primäre Ziel. Vielmehr sollen in der Zeit Körper und Geist gereinigt werden. Die Tage des Verzichts sollen der Regeneration und Fokussierung dienen. Deshalb fasten viele Menschen auch, um eine chronische Krankheit zu bessern oder vielleicht sogar zu heilen.

Eine in jedem Fall unbegründete Angst ist die vor dem Hunger. Heilfasten ist viel leichter, als weniger zu essen. Das hat zwei Gründe: Beim Heilfasten wird mit Hilfe von Abführmittel, in der Regel Glaubersalz, und einem Einlauf, der Darm vollständig geleert. Hunger entsteht nun aber zum Großteil nicht durch einen leeren Verdauungstrakt, sondern durch Hormone, die ausgeschüttet werden, wenn sich der Nahrungsbrei an einer bestimmten Stelle im Darm befindet. Der Umkehrschluss ist einfach: Kein Nahrungsbrei, keine Hormone, kein Hunger. Zum anderen stellt sich der Körper bei absolutem Fehlen von Nahrung relativ schnell um und bezieht die benötigte Energie aus den körperlichen Fettreserven. Deshalb nimmt man durch Heilfasten auch erst einmal sehr viel ab – auch wenn der Gewichtsverlust nicht im Vordergrund steht.

Der völlig leere Darm macht also den Unterschied. Aus diesem Grund ist auch das Abführen beim Heilfasten, also das Abführmittel und der Einlauf, sehr wichtig. Welches Mittel und welche Technik man genau wählt, sind dagegen nicht so wichtig. Wer das bittere Glaubersalz vermeiden möchte, kann auch herkömmliches Abführmittel wie Laxoberal verwenden.

Was passiert ohne Abführmittel? Die Verdauung wird träge, da keine neue Nahrung nachkommt und der Nahrungsbrei, der sich noch im Darm befindet, wird nicht weiter befördert. Er bleibt also die ganze Zeit über im Darm, es bilden sich Fäulnis- und giftige Gase. Obst- und Gemüsesaft sowie die Gemüsebrühe nimmt man deshalb während des Heilfastens zu sich, um den Körper weiterhin mit Mineralien und Vitaminen zu versorgen.

Warum ist Heilfasten gesund?

Ob Heilfasten gesund ist, wird immer wieder angezweifelt. Allerdings gibt es auch genügend Meinungen, die dem Heilfasten folgende positive Wirkungen zuschreiben:

  • Entlastung des Verdauungssystems und damit Vorbeugung / Therapie ernährungsbedingter Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck, erhöhte Cholesterin-Werte
  • Darmreinigung durch Heilfasten
  • Entlastung von Herz, Kreislauf und Gelenken durch Gewichtsverlust
  • Entschlacken von Gewebe und Lypmphe
  • positive Auswirkungen auf die Psyche, Stärkung des Selbstwertgefühls, positive Lebensimpulse
  • Säure-Basen-Haushalt wird ins Gleichgewicht gebracht 

    Bei den folgenden Erkrankungen soll Heilfasten Besserung verschaffen:

    • Bluthochdruck
    • Diabetes
    • Multiple Sklerose
    • höher Cholesterinspiegel
    • Krebserkrankungen mit Chemotherapie
    • Fettleber
    • Gicht
    • Neurodermitis und Hautekzeme
    • Asthma
    • Allergien
    • Reizdarm

 

Wer sollte nicht heilfasten?

Jeder gesunde Mensch darf in Eigenregie ohne Bedenken eine Woche Heilfasten. Wer allerdings chronisch krank ist und deshalb Medikamente einnehmen muss, sollte immer vorher einen Arzt konsultieren und sich beraten und begleiten lassen. Denn Medikamente können unter Umständen ganz anders wirken oder müssen anders dosiert werden, wenn man keine feste Nahrung mehr aufnimmt.

Heilfasten: 7-Tage-Plan nach Buchinger

Man kann zwischen zwei und 30 Tagen fasten. Wie lange er durchhalten möchte, ist jedem selbst überlassen. Auch schon einen einzigen Tag nichts essen entlastet das Verdauungs- und Entgiftungssystem. Wem Heilfasten zu viel ist, der kann auch hin und wieder mal einen Tag einlegen, an dem er nur Obst zu sich nimmt.

Die Extrem-Version vom Heilfasten ist, nach dem Abführen absolut keine Nahrung, also keine Kalorien mehr zu sich zu nehmen. Nur noch Tee und Wasser. Das ist für den menschlichen Körper natürlich eine Extremsituation. Eine etwas schonendere Variante geht auf Dr. Otto Buchinger zurück, der 1920 sogar eine Heilfasten-Klinik eröffnete. Dabei ist es erlaubt, bis zu 500 kcal / Tag durch Obst- und Fruchtsäfte zu sich zu nehmen. Beim Heilfasten nach Buchinger wird eine spezielle Trinkkur angewendet. Jedoch kann man eine ähnliche Kur auch problemlos zu Hause durchgeführt werden. So haben wir es gemacht.

Zunächst solltest Du sicher sein, dass gesundheitlich nichts dagegen spricht, dass Du fastest. Im Zweifel solltest Du vorher einen Gesundheits-Check bei Deinem Hausarzt machen. Wer chronische Krankheiten hat und dagegen Medikamente nimmt, sollte nie ohne ärztliche Aufsicht fasten.

Dann kannst Du nach diesem Heilfasten Ablauf vorgehen:

Entlastungstage

Vor jedem Heilfasten sollte man mindestens zwei sogenannte Entlastungstage machen. An diesen Tagen solltest Du möglichst wenig und möglichst leicht essen. Außerdem solltest Du keine Giftstoffe in Form von Kaffee, Alkohol, schwarzem / grünem Tee oder ähnlichen Stoffen zu Dir nehmen. Auch auf Fleisch, Fisch, Eier und sehr fettreiche Kost solltest Du verzichten.

GlaubersalzErster Fastentag / Abführen in der Fastenzeit

Der erste Fastentag sollte ein Tag sein, an dem Du zu Hause bleiben kannst. Denn nach einer Tasse Kräutertee am Morgen folgt das Abführen mit Glauber-Salz oder Abführmittel. Dieses gibt es online oder in der Apotheke zu kaufen. Es schmeckt sehr bitter und führt zu einer relativ zügigen Darmentleerung. Wem das zu rasch ist (z.B. Migräne- oder Bandscheibenpatienten sollten darauf verzichten), der sollte auf herkömmliches Abführmittel, z.B. Laxoberal, zurückgreifen.

Grundsätzlich ist es wichtig, auch an den Fastentagen Stuhlgang zu haben – zumindest alle 2-3 Tage. Denn sonst bleiben die Nahrungsreste und Giftstoffe zu lange im Verdauungssystem und toxische Bestandteile, die eigentlich ausgeschieden werden sollten, werden ins Blut re-absorbiert.

Nach dem ersten Abführen mit Glaubersalz oder Abführmittel greifen an den Folgetagen daher viele auf einen Einlauf zurück. Allerdings ist das eine relativ unangenehme Methode. Besser wäre verdauungsfördernder Saft, wie zum Beispiel Brottrunk, Sauerkrautsaft oder Pflaumensaft. Erst wenn das alles keine Wirkung zeigt, muss ein Einlauf her.

Ernährung während der Fastentage

Ab dem ersten richtigen Fastentag muss auf feste Nahrung komplett verzichtet werden. Allerdings kannst und solltest Du jederzeit Wasser und Kräutertee (mindestens 2-3 Liter / Tag) trinken. Als Ersatz für das Mittag- und Abendessen kannst Du stark verdünnte (2:1 oder 3:1) Obst- und Gemüsesäfte, sowie Gemüsebrühe (hefefrei) zurückgreifen. Wenn Du das Gefühl hast, dass Dein Kreislauf absackt, mische etwas Honig in den Tee.

HeilfastenPflege und Bewegung

Für viele Menschen bietet das Heilfasten eine Gelegenheit, zu sich zu kommen, in sich zu gehen und sich selbst zu finden. Deshalb kann es eine schöne Erfahrung sein, in die Sauna zu gehen oder sich ein Bad oder eine Massage zu gönnen.
Bewegung ist wichtig, um den Stoffwechsel und den Blutdruck am Laufen zu halten. Ausgiebige Spaziergänge, Yoga, Pilates oder leichter Sport bieten sich hierfür an.

Heilfasten Aufbautage

Nach dem sogenannten Fastenbrechen, also der ersten festen Mahlzeit nach dem Heilfasten, folgen zwei bis drei Aufbautage. Der Organimsus hat in den letzten Tagen seinen Stoffwechsel auf “Notprogramm” umgestellt, d.h. er nimmt die nötige Energie nicht mehr aus dem Verdauungssystem, sondern aus den Fettreserven – die er biologisch gesehen genau für solche Fälle angelegt hat. Für viele Menschen ist es deshalb zu viel, gleich im Anschluss an sieben Fastentage fettreich und viel zu essen. Also  ist es sinnvoll, langsam anzufangen mit gedünstetem Gemüse, Knäckebrot, Obst oder Joghurt.

Meine Heilfasten Erfahrungen mit einem 7-Tage-Programm

Hier möchte ich nun meine persönlichen Erfahrungen mit Heilfasten (mit einem 7 Tage Programm) festhalten. So werde ich Tag für Tag beschreiben, wie es mir geht, was mich motiviert und was mit meinem Körper passiert.

Zusammen mit meinem Mann und meinen Eltern habe ich entschieden, kurz vor der Weihnachtszeit eine Heilfastenkur zu machen. Wir haben eine 12 -Tage-Kur (7 Tage davon das eigentliche Heilfasten) gefunden, die uns anleiten soll. Für uns alle ist es das erste Mal Heilfasten. Der Heilfasten Plan beginnt mit zwei Entlastungstagen. Dann folgt der Abführtag mit Glaubersalz und ggf. Fertigklistieren. Danach kommen sieben Tage fasten, an denen wir gar nichts essen und dann wieder drei Aufbautage.

Montag: 5 Tage vorher

Am Freitag wollen wir mit dem Programm beginnen, sodass der Teil mit dem abführen auf einen Sonntag fällt, wo wir alle zu Hause sein können. Daher wird es langsam Zeit, alles Nötige zu besorgen. Die Einkaufsliste besagt pro Person:

  • 40 g Glaubersalz
  • 1 Fertigklistier (Einlauf)
  • 4 L Gemüsesaft (Sauerkrautsaft, Rote-Beete-Saft, Karottensaft und Tomatensaft)
  • 4 L Obstsaft (Apfelsaft, Traubensaft, Birnensaft, Johannisbeersaft)
  • 4 L hefefreie Gemüsebrühe

Es stellt sich heraus, dass jede Apotheke im Ort nur eine Packung Glaubersalz und ein Fertigklistier verfügbar hat. Wir fahren also vier Apotheken ab und haben unser Sortiment zusammen. Alles andere erhalten wir problemlos im Edeka um die Ecke.

Ich fange an, mich mit dem Thema Heilfasten intensiver zu beschäftigen und lese viele positive, aber auch negative Erfahrungsberichte. Ich bin neugierig, aber habe auch etwas Angst vor dem Heilfasten und negativen Erfahrungen. Vor allem der Einlauf ist kein angenehmer Gedanke.

Ich bin 1,70 m groß und wiege derzeit etwa 61 kg. Wegen des Gewichts muss ich also keineswegs Heilfasten. Allerdings habe ich seit vielen Jahren Probleme mit meiner Verdauung (Histaminintoleranz) bzw. dem Hormonhaushalt (Östrogendominanz). Ich hoffe also, dass die Heilfastenkur meinen Körper unterstützen kann, wieder “in Balance” zu kommen.

Freitag: Erster Heilfasten Entlastungstag

Heute sollen wir “weniger” essen und auf Kaffee, schwarzen Tee, Zucker und Fleisch verzichten. Ich frühstücke Porridge mit Apfel und bin hochmotiviert. Doch am späten Vormittag setzen die Kopfschmerzen vom Kaffee-Entzug ein. Und der geistige Hunger. Obwohl wir noch keinen Tag gefastet haben, ergeht es drei von uns vieren ähnlich: Wir suchen den ganzen Tag nach Essen, haben das Gefühl, uns fehlt etwas. Dadurch essen wir eigentlich genauso viel wie sonst auch, nur eben ohne oben genannte Lebensmittel.

Samstag: Zweiter Heilfasten Entlastungstag

Heute sollen wir erneut möglichst wenig essen, auf keinen Fall jedoch Fleisch, Fisch, Ei, Kaffee, schwarzen Tee, Zucker. Ich treffe mich mit guten Freundinnen. Essen ist davon eigentlich ein fester Bestandteil – so auch heute. Sie hat einen Brunch vorbereitet. Ich esse Hummus, ein Brötchen mit Käse, eine Breze und Obst. Abends gibt es Gemüse und Reis.

Gegenüber dem drohenden Nahrungsentzug bin ich schon etwas entspannter. Genieße den letzten Tag mit fester Nahrung. Leider halten die pochenden Kopfschmerzen an, heute gleich vom Aufwachen an. Ich muss zwei Schmerztabletten nehmen.

Sonntag: Erster Fastentag und Abführtag

Mein Tag beginnt um 5 Uhr, dank Kleinkind. Die Kopfschmerzen lassen endlich nach! Nach einer Tasse Tee und seinem Frühstück trinke ich 25 g Glaubersalz. Entgegen der verbreiteten Meinung ist es geschmacklich nicht so schlimm. Natürlich wird das jetzt nicht mein Lieblingsgetränk, aber ich würge nicht und mir wird auch nicht übel. Nach etwa einer Stunde fängt mein Magen an zu grummeln und zu blubbern. Es geht los. Mein Darm entleert sich einige Male innerhalb der nächsten Stunden. Nicht wie angekündigt nur etwa 3 Stunden lang, sondern bis zum Abend immer mal wieder.

Wir sind alle sehr ruhig den Tag über, niemand scheint viel Energie oder Lust für etwas zu haben. Alle jammern und denken an Essen. Sehen dem Kleinkind beim Essen zu. Mir selbst scheint der Verzicht auf Nahrung dank meiner Erfahrung mit Histaminintoleranz noch am einfachsten zu fallen. Für mich stellt der Nahrungsentzug eine nicht so große Einschränkung meiner Lebensqualität dar, würde ich sagen. Immer mal wieder knurrt mein Magen, verlangt nach Essen – aber er hört auch schnell wieder auf.

Ich leide seit Samstag verstärkt unter Gliederschmerzen. Vermutlich ein Infekt.

Montag: Tag zwei des Heilfastens

Die Gliederschmerzen halten an, dafür ist von den Kopfschmerzen nichts mehr übrig. Kalter Entzug (Kaffee) beendet.

Ich stelle fest, dass mein Körper auch ohne Essen ganz gut funktioniert. Ich mache wie jeden Morgen meine Yoga-Übungen.

Am Vormittag einen ausgiebigen Spaziergang. Immer wieder trinke ich zwischendurch Sauerkrautsaft, um meine Verdauung auf Trab zu halten. Wenn die nämlich ihre Tätigkeit einstellen sollte, droht beim Heilfasten ein Einlauf. Heute ist es zum Glück noch nicht so weit, mein Darm arbeitet.

Abends fühle ich mich schlapp und gehe früh schlafen.

Dienstag: Dritter Fastentag

Ich wache morgens auf und fühle mich wahnsinnig schlapp und müde. Ich denke, die Energie-Reserven aus der Leber sind nun aufgebraucht und mein Stoffwechsel muss sich umstellen. Ich friere den ganzen Tag über und habe sogar etwas blaue Lippen.

Ich habe erste Gedanken ans Aufgeben.

Was mich zurückhält, ist die Hoffnung auf die versprochenen Endorphine, auf das körperliche Wohlbefinden, das ich aktuell (auch vor dem Fasten) nicht verspüre. Ich bin neugierig und mache weiter. Meinem Mann geht es ähnlich, seine Laune ist auf dem Tiefpunkt. Meinen Eltern dagegen scheint es besser zu gehen.

Am Nachmittag muss ich einen Löffel Honig zu mir nehmen, weil meine Hände ganz zitterig werden. Gleichzeitig scheint mein Kopf immer besser zu funktionieren. Ich kann mich den ganzen Nachmittag super konzentrieren und schaffe viel.

Mittwoch: Vierter Fastentag

Ich fühle mich weiterhin müde und schlapp, so als würde mir einfach die Energie fehlen. Die Gedanken ans Aufgeben werden lauter.

Von Endorphinen und innerer Friedlichkeit keine Spur.

Stuhlgang ist kein Problem, bei keinem von uns. Der gekaufte Einlauf liegt ungenutzt im Regal.

Mittags kommt mein Papa von der Arbeit und wirkt wie verwandelt. Kein Wort mehr über Hunger oder Müdigkeit. Er wirkt wie voller Tatendrang, zufrieden und ausgeglichen. Es funktioniert also, zumindest bei einem von uns.

Abends knickt mein Mann ein. Er hat anhaltend schlechte Laune und möchte nicht mehr auf Essen verzichten. Er isst zunächst Gemüsebrühe mit Reis und gedünstetem Sellerie, sowie ein halbes Roggenbrötchen mit Butter und Käse. Danach geht es ihm schlagartig besser. Etwa zwei Stunden später kocht er sich noch weiße Bandnudeln mit Tomatensauce und Streukäse. Danach geht er zum ersten Mal seit Tagen zufrieden und glücklich ins Bett. Er hat keinerlei Beschwerden, dafür unmittelbar wieder festen Stuhlgang. Verdauung läuft also weiter.

Donnerstag: Fünfter Fastentag

Ich stehe morgens auf und fühle mich schrecklich. Meine Hände zittern, ich habe mittlerweile ca. 4 kg abgenommen und mein Bauch ist super dünn. Ich versuche es mit einer Dusche, aber danach muss ich mich erst einmal setzen. Heute ist Tag fünf und von dem versprochenen Wohlgefühl keine Spur.

Ich beschließe, abzubrechen. Mein Körper fühlt sich schwach und verlangt nach Energie.

Meine Hauptmotivation, zu fasten, war, meinen Papa zu begleiten. Er hat einige gesundheitliche Beschwerden, die sich angeblich durch das Heilfasten bessern. Und tatsächlich funktioniert es bei ihm. Nicht nur, dass er jetzt völlig ausglichen und motiviert ist, bis zum Ende durchzuhalten. Auch sein Blutzuckerspiegel hat sich stark gesenkt, d.h. seine Bauchspeicheldrüse wird endlich wirklich entlastet. Auch sein Blutdruck ist fast im Normbereich. Er hat einige Kilos verloren, worüber er sehr glücklich ist und sagt, zum ersten Mal seit langer Zeit habe er keine Schmerzen. Man merkt ihm diese Hochstimmung auch an. Er lächelt viel und ist voller Tatendrang. Das ist schön, zu sehen. Bei ihm klappt die Endorphin-Sache also.

Bei meiner Mama leider ebenso wenig, wie bei mir. Ihr ist seit gestern schon immer wieder schwarz vor Augen und heute morgen sitzt sie da, wie ein Häufchen Elend. Zum Glück hat sie heute Urlaub. Mein Mann macht ihr erst einmal Tee mit Honig. Während sie diesen trinkt, beschließt sie, dass sie auch etwas essen muss. Es gibt einen großen Topf Porridge (Haferschleim) mit Honig für alle – außer meinen Papa. Ich esse von nun an wieder, versuche langsam anzufangen. Über den Tag verteilt esse ich immer wieder, halte mich aber  noch zurück mit rohem Gemüse, Zucker und Kaffee. Mein Bauch fühlt sich schwer an, macht sonst aber keine Schwierigkeiten. Den ganzen Tag fühle ich mich noch etwas schwach und versuche, mich zu schonen.

Freitag: Sechster Fastentag

Ich esse wieder normal und mir geht es gut. Oder zumindest wie immer. Auch meine Mama hat nun wohl die Endorphin-Phase erreicht, sie fühlt sich wohl und hat keinen Hunger mehr. Für die restlichen beiden Tage isst sie zumindest abends etwas Reis in der Brühe. Den Rest des Tages isst sie nichts.

Mein Papa hält tapfer durch. Fühlt sich blendend.

Samstag: Letzter Fastentag

Ich habe zumindest durchgehalten, bis heute keinen Kaffee zu trinken. Ab morgen essen alle Beteiligten wieder, für meine Eltern beginnen die Aufbautage.

Mein Fazit zum Heilfasten

Ich persönlich werde wohl nicht mehr heilfasten. Denn auch nach vier Tagen ohne Nahrung ging es mir sehr schlecht, ich fühlte mich schlapp und zitterte. Meine Familie war schon ziemlich besorgt, auch weil ich durch meine Histaminintoleranz früher phasenweise sehr dünn und kränklich war. Ich habe in den vier Tagen etwa vier Kilogramm abgenommen und keine positiven Effekte verspürt.

Für andere, wie meinen Papa, ist Heilfasten dagegen genau richtig. Ihm ging es nach den ersten drei Tagen blendend und all seine Vitalwerte haben sich verbessert – ob dauerhaft, bleibt abzuwarten. Meine Eltern wollen jedenfalls nächstes Jahr wieder heilfasten.

By Johanna

Johanna ist Anfang 30, verheiratet, 1 Kind. Obwohl das Leben ihr schon immer zuzulächeln scheint, ist sie immer noch auf der Suche. Denn vor allem gesundheitlich ist der Weg noch weit.

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